Dokumentarfilmschnitt neu denken
Wir bilden Cutter aus, die verstehen, wie man aus hunderten Stunden Rohmaterial packende Geschichten formt. Nicht nach Schema F, sondern mit echtem Gespür für Timing und narrative Spannung.
Programm entdeckenWas wir vermitteln
Drei Kernbereiche bestimmen unseren Ansatz beim Dokumentarfilmschnitt
Narrative Struktur
Dokumentationen leben von ihrer Erzählweise. Wir zeigen, wie man lose Fäden zu einem stimmigen Ganzen webt und dabei die Balance zwischen Chronologie und emotionaler Dramaturgie hält.
Rhythmus und Tempo
Jede Szene hat ihren eigenen Puls. Manche Momente brauchen Raum zum Atmen, andere drängen vorwärts. Wir trainieren das Gefühl dafür, wann welches Tempo passt.
Visuelle Kontinuität
Dokumentarmaterial ist selten perfekt ausgeleuchtet oder komponiert. Trotzdem muss der Cut fließen. Unsere Teilnehmer lernen, mit dem zu arbeiten, was da ist.
Unser Aufbau
Wie die Ausbildung funktioniert
Materialsichtung
Bevor der erste Schnitt gesetzt wird, geht es um Orientierung. Teilnehmer lernen, große Mengen Rohmaterial zu strukturieren und die wirklich wichtigen Momente zu identifizieren.
Rohschnitt-Phase
Hier entsteht die erste Version. Es geht noch nicht um Perfektion, sondern darum, die Story zu finden. Viele überrascht, wie sehr sich ein Film in dieser Phase noch verändern kann.
Feinschliff
Jetzt zählt jeder Frame. Übergänge werden optimiert, Audio wird angepasst, Farbkorrekturen kommen ins Spiel. Die Details machen oft den Unterschied zwischen gut und wirklich überzeugend.
Feedback-Runden
Regelmäßige Reviews mit Dozenten und anderen Teilnehmern schärfen den Blick. Man lernt, die eigene Arbeit kritisch zu betrachten und konstruktives Feedback zu geben.
Praxisnah lernen
Mit echtem Material arbeiten
- Interviews mit schwierigen Lichtverhältnissen und unterschiedlicher Tonqualität
- Archivmaterial aus verschiedenen Jahrzehnten und Formaten
- Observationsszenen ohne klare dramaturgische Struktur
- Mehrsprachiges Material mit Untertiteln und Voice-Over
- Unvollständiges Footage, bei dem improvisiert werden muss
Unsere Herangehensweise
Dokumentarfilmschnitt ist kein technischer Vorgang, den man nach Anleitung abarbeitet. Es ist eine Mischung aus Handwerk, Intuition und der Fähigkeit, Geschichten zu erkennen, wo andere nur Material sehen.
Methodik
Vom Material zur Geschichte
Die meisten Dokumentationen werden im Schnitt geboren, nicht beim Dreh. Wir vermitteln Techniken, um aus chaotischem Rohmaterial eine klare narrative Linie zu entwickeln. Das bedeutet oft, liebgewonnene Szenen zu streichen und neue Verbindungen zu entdecken.
Werkzeuge
Software als Mittel
Premiere, Avid oder DaVinci – die Software ist wichtig, aber nicht entscheidend. Wir konzentrieren uns auf das Verständnis von Schnitttechniken, die unabhängig vom Programm funktionieren. Tastenkombinationen ändern sich, Prinzipien bleiben.
Zusammenarbeit
Austausch mit Regisseuren
Cutter und Regisseure müssen sich verstehen. Wir simulieren reale Arbeitssituationen mit widersprüchlichem Feedback, knappen Deadlines und kreativen Meinungsverschiedenheiten. So lernt man, Kompromisse zu finden, ohne die eigene Vision aufzugeben.
Realität
Umgang mit Einschränkungen
Fehlende Aufnahmen, Tonprobleme, unerwartete Perspektivwechsel in der Story – das gehört zum Alltag. Unsere Teilnehmer lernen, kreativ mit Limitierungen umzugehen und aus Notlösungen manchmal die besten Ideen zu entwickeln.